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DSV Rahmentrainingsplan alpin

Sportdirektor alpin - Wolfgang Maier

Vorwort von Wolfgang Maier

von Wolfgang Maier am 20.03.2007

Mit der Online-Veröffentlichung des aktuellen Rahmentrainingsplan Alpin im Internet beschreitet der Deutsche Skiverband einen neuen Weg. Die veränderte Erscheinungsform trägt der rasanten medialen Entwicklung im alpinen Skirennsport Rechnung.
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Kapitel
Techniktraining und Methodik

Philosophie

Der alpine Skirennsport ist zweifellos als technomotorische Sportart einzustufen und daher entscheidet in erster Line das Beherrschen der sportlichen Technik über den Erfolg. Daraus ergibt sich automatisch das Problem der Identifikation und darauf aufbauend, der Vermittlung der "korrekten" oder optimalen Technik im Verlaufe des Trainingsprozesses. Gerade in den letzten Jahren sieht es zumindest so aus, als ob es unterschiedliche "Techniken" gibt, die zum Erfolg führen und das Schlagwort der "Individualisierung" der Skitechnik wieder in den Mittelpunkt der Diskussion über die "richtige Technik" rücken.
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Der Weg zur Zieltechnik

Das Ziel einer jeden Technikanalyse ist es, Merkmale oder Bewegungsmuster zu isolieren, die eine optimale Lösung der durch die Sportart gestellten Anforderungen bietet. Dies setzt voraus, dass eben diese Anforderungen und Aufgaben auch bekannt sind.
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Technikanalyse

Die Analyse der sportlichen Technik umfasst in der modernen Sportwissenschaft drei Schritte:
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Trainingspraxis

Die skisportliche Gesamtleistung im alpinen Skirennsport ergibt sich aus der Vielseitigen Technik, der Renn-Basis-Technik und der Disziplintechnik. Nur durch eine optimale Ausbildung aller drei Bereiche sind Topleistungen möglich.
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Biomechanik

Biomechanische Aspekte des Skirennsports

Die Biomechanik des Sports untersucht die sportlichen Bewegungen des Menschen und die mechanischen Bedingungen dieser Bewegung. Merkmale und Eigenschaften der Bewegung werden gemessen, quantitativ beschrieben, miteinander verglichen, unter Anwendung mechanischer Gesetzmäßigkeiten modelliert (mathematische und physikalische Modelle) mit dem Ziel, die sportliche Leistung aufgrund gesicherter Erkenntnisse über ihre wesentlichen Komponenten zu verbessern. (Baumann 1989)
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Biomechanisch-physikalische Betrachtungsweise

Im alpinen Skirennlauf ist es das Ziel, einen vorgegebenen Kurs in möglichst kurzer Zeit zu durchfahren.
Daraus leiten sich für die Technikanalyse unmittelbar zwei Teilziele ab
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Geradeausfahrt in der Falllinie, Schussfahrt

Hier wirken als äußere Kräfte die Gewichtskraft von Mensch und Material, sowie der Luftwiderstand und die Reibung (und in geringem Maße der Auftrieb). Der zur Oberfläche parallele Teil der Gewichtskraft wirkt dabei als Hangabtriebskraft beschleunigend und die anderen Kräfte abbremsend.
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Kurvenfahrt - Dynamisches Gleichgewicht, Fliehkraft

Hier kommt als zusätzliche Kraft die Zentrifugalkraft (oder auch Fliehkraft genannt) als neue Trägheitskraft ins Spiel. Sie wirkt radial nach außen (senkrecht zur Bewegungsrichtung in der Bewegungsebene) und versucht den Sportler kurvenauswärts zu bewegen. Ihr muss man widerstehen, um auf der Kurvenbahn zu bleiben.
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Trainingslehre

Trainingslehre

Wenn man sich mit Trainingslehre auseinandersetzt ist es unerlässlich, den Begriff Training genauer zu definieren:
Training ist ein planmäßiger Prozess, der eine Zustandsänderung (Optimierung, Stabilisierung oder Reduzierung) der komplexen sportlichen Leistungsfähigkeit beabsichtigt bzw. mit sich bringt. (Zintl 1990)
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Trainingsprinzipien

Um die beschriebenen Anpassungsvorgänge auszulösen und zu stabilisieren müssen bei der Planung und Steuerung des Trainings einige allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten beachtet werden. In der Trainingswissenschaft hat man hierzu Trainingsprinzipien verfasst, und entsprechend ihrer Absicht in solche zur Auslösung, Sicherung und Steuerung der Anpassung unterteilt....
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Trainingssteuerung

Unter Trainingssteuerung versteht man die Abstimmung aller kurz und- längerfristigen Maßnahmen des Trainingsprozesses im Hinblick auf das geplante Erreichen der optimalen sportlichen Form.
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Sportmotorisches Anforderungsprofil

Das Sportmotorische Anforderungsprofil beschreibt nun, welche Bedeutung die einzelnen Fähigkeiten für die Leistungsfähigkeit in einer Sportart einnehmen.
Bei der Analyse des sportmotorischen Anforderungsprofils ist es sinnvoll sich an der Weltspitze zu orientieren, um daraufhin abgestimmt das Training der einzelnen Fähigkeiten im langfristigen Leistungsaufbau planen zu können.
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Konditionstraining

Konditionstraining für die Altersstufe S8

Der Einstieg in das Konditionstraining erfolgt auf spielerische Art und Weise. Die grundlegenden Fähigkeiten im Koordinations- und Konditionsbereich werden vielseitig erworben.

Das Konditions- und Koordinationstraining für den Kinderbereich läßt sich folgendermaßen kennzeichnen:

Spielerischer Character des TrainingsAllgemeine, vielseitige Trainingsinhalte stehen im VordergrundGrundlagentraining in allen Bereichen sind wesentliche Bestandteile des TrainingsTrainingsinhalte fordern den ganzen Körper und fördern daher den Erwerb einer allgemeinen Körperstatik und MotorikDas Ausdauertraining soll gleichzeitig das Naturerlebnis vermitteln.

Das Training der Grundlagen in allen Bereichen steht im Vordergrund. Der Trainer muß besonders in diesem Altersbereich sehr motivierend arbeiten und möglichst viel Abwechslung in das Training einbringen. Viel methodisches Geschick und ein gutes Auge für die Bewegung ist unerlässlich.

Beispielstrainingseinheiten zum Konditions- und Koordinationstraining für den Kinderbereich

Die folgenden Programme sind nicht als isolierte Trainingseinheiten gedacht, sondern sind je nach Intention sinnvoll zur einem Trainingsprogramm zusammenzubauen. Jeder Trainer ist aufgefordert, die Inhalte individuell anzupassen.

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Konditionstraining für die Alterstufe (S10 - S12)

Die erworbenen Fähigkeiten im ersten Kinderbereich werden in der zweiten Kinderklasse bis zur ersten Schülerklasse weiter verfestigt und trainiert. Die spielerische Hinführung zum Training weicht einem geordneten Training in dieser Altersstufe.

Das Konditions- und Koordinationstraining für den Übergang Kinder-Schülerbereich lässt sich folgendermaßen kennzeichnen:
Allgemeine Trainingsinhalte wechseln sich zunehmend mit zielgerichteten Trainingsinhalten abKomplexes koordinatives Training und Schnelligkeitstraining sind wesentliche Bestandteile des Trainings in diesem AltersbereichMit zunehmenden Könnensniveau sollte die individuelle Überwindungsfähigkeit vor allem im Koordinationstraining mit einbauenKraftinhalte müssen zunehmend ins Training mit eingebaut werden wobei das Training auf die neuronalen Komponenten der Kraft abzielt. Darüber hinaus ist es eine Aufgabe dieses Trainingsabschnittes (S12), die grundlegenden Übungen des Krafttrainings vor allem die Kniebeuge technisch exakt zu erlernen und die notwendigen Vorraussetzungen dafür zu erwerben.Inhalte zur Schulung der komplexen Ausdauerleistungsfähigkeit werden zunehmend über den Einsatz von extensiven und intensiven Dauerbelastungen ins Training integriert.


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Konditionstraining für die Altersstufe S14

Die erworbenen Fähigkeiten im Kinderbereich und im Übergangsbereich Kinder Schüler werden im Schülerbereich weiter stabilisiert. Zusätzlich kommen neue Inhalte dazu, als Vorbereitung für die nächste Trainingsstufe im Jugendbereich.

Das Konditions- und Koordinationstraining für den Schülerbereich S14 lässt sich folgendermaßen kennzeichnen:

Allgemeine Trainingsinhalte wechseln sich zunehmend mit spezifischen Trainingsinhalten abKomplexes koordinatives Training und Schnelligkeitstraining trotz beginnender Pubertät sind weiterhin wesentliche Bestandteile des Trainings in diesem AltersbereichKraftinhalte mit dem eigenen Körpergewicht und Zusatzlasten bilden einen Schwerpunkt im KrafttrainingGrundlagenausdauertraining über den Einsatz der Dauermethoden vermehrt ins Training beinbauenDurch den meist in dem Alter beginnenden Wachstumsschub müssen vermehrt funktionelle Beweglichkeits- und Dehnübungen im Training eingebaut werden.Durch die oftmals beginnende Wachstumsphase muss vor allem im Herrenbereich vermehrt funktionelles Beweglichkeitstraining durchgeführt werden.
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Konditionstraining für den Jugendbereich J16

Das Konditions- und Koordinationstraining für den Jugendbereich bis zum Erwachsenenbereich lässt sich folgendermaßen kennzeichnen:

Die Trainingsinhalte sind zunehmend spezifischer
Alle konditionellen und koordinativen Inhalte finden Berücksichtigung. Das Training der komplexen Kraft- sowie der Ausdauerfähigkeiten nimmt einen größeren Stellenwert im Training ein. Schnellkraft und ein spezifisches Kraftausdauertraining werden forciert.
Funktionelle Ganzkörperkräftigung sollte in die tägliche Routine integriert werden und wird durch ein gezieltes Aufbautraining der Rumpfmuskulatur ergänzt!
Die Trainingseinheiten werden grundsätzlich durch Dehnprogramme ergänzt um für eine geschmeidige und damit leistungsfähige Muskulatur zu sorgen!
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Autoren
Charly Waibel

Deutscher Skiverband - Wissenschaftskoordinator

Dr. Peter Spitzenpfeil

TU München - Fachgebiet für Theorie und Praxis der Sportarten

Andi Huber

Olympiastützpunkt Bayern - Biomechanik

Thomas Braun

Deutscher Skiverband - Leiter Trainerschule Alpin

Max Rieder

Olympiastützpunkt Bayern - Trainingswissenschaft